Mythen und Fakten

Es gibt viele Gerüchte, die sich rund um das Thema GNU/Linux verbreiten. Einiges davon ist jedoch Fehlinformation, und schreckt viele Menschen ab, Linux einmal selbst auszuprobieren. Das ist schade, und wir möchten diesen Gerüchten nachgehen und zeigen, was davon falsch ist und was wirklich stimmt.

"Linux ist zu kompliziert für mich"

Mythos. Um genau zu sein, kommt es hierbei auf die Distribution an. Es gibt durchaus Distributionen, die gerade an Linux-Experten gerichtet sind, um diesen Nutzern möglichst viel Flexibilität zu gewähren. Die Distributionen, die wir auf dieser Seite vorstellen sind jedoch einsteigerfreundlich und für jeden geeignet. Somit muss man auch nicht die Angst haben, alles neu lernen zu müssen, da je nach Auswahl der Distribution und Desktop-Oberfläche die Bedienung nahezu gleich funktioniert wie bei Windows oder Mac OSX.

"Linux ist hässlich"

Mythos. Man kann argumentieren, dass Aussehen immer Geschmackssache ist; der Punkt ist jedoch, dass es für Linux eine breite Auswahl an Desktop-Umgebungen gibt, welche jeweils verschieden aussehen und erstaunlich konfigurierbar sind. Mitunter lassen sich Oberflächen konfigurieren, die den verschiedenen Windows- oder OSX-Oberflächen beinahe aufs Haar ähneln.

Aufpolierter Desktop auf Arch Linux [Quelle ]

Cinnamon-Oberfläche von Linux Mint [Quelle ]

Plasma 5 Desktop [Quelle ]

"Man bekommt keine Hilfe für Linux"

Mythos. Für gängige Distributionen gibt es online große und hilfsbereite Communities. In den meisten Fällen kommt es hierbei nicht einmal auf die Distribution an, da sich viele von ihnen sehr ähnlich sind. Nach einer kurzen Recherche kann man sich also mit Fragen an Plattformen wie zum Beispiel den Unix & Linux Stack Exchange wenden.

"Wenn ich Linux benutze, muss ich das Terminal benutzen"

Teils, teils. Zunächst einmal: Was ist das Terminal überhaupt? Das Terminal kann man sich vorstellen als eine Art Universalwerkzeug. Es kann grundsätzlich jede Aufgabe erledigen, die nicht an grafische Ein- und Ausgabe gebunden ist. Das geht vom Starten anderer Programme, über das Editieren von Dokumenten, bis hin zu komplexen Dateioperationen, die oftmals aus mehreren Befehlen zusammengesetzt sind.

Es kann vorkommen, dass man für die Behandlung von Problemen das Terminal nutzen muss, da die Community häufig Hilfestellung in Form von Terminal-Befehlen leistet. Auch dann muss man kein Profi sein, obwohl es sich auf jeden Fall lohnt die Grundlagen zu kennen.

Für Alltagsaufgaben benötigt man das Terminal in der Regel jedoch nicht, ganz zu schweigen von den komplizierteren Befehlen. Genau wie bei anderen populären Betriebssystemen gibt es auch grafische Oberflächen für die Konfiguration des Systems. Da es außerdem eine große und hilfsbereite Community gibt, kann man sich bei eventuellen Unklarheiten noch Rat einholen.

"Um Linux auszuprobieren, muss ich Windows / OSX löschen"

Mythos. Wer nichts auf seinem Rechner installieren möchte um Linux auszuprobieren, kann zu sogenannten Live-Distributionen greifen. Dabei handelt es sich um Distributionen, die dafür gedacht sind, von einem externen Datenträger wie einer CD oder einem USB-Stick gestartet zu werden. Des Weiteren können sich problemlos mehrere Betriebssysteme gleichzeitig auf einem Computer befinden. So kann man beispielsweise neben Windows oder Max OSX auch noch ein Linux-System installieren, falls man sich an den eingeschränkten Möglichkeiten eines Live-Systems stört. Wie das gemacht wird, wird im Kapitel Installation beschrieben.

"Für Linux gibt es weniger Mainstream-Spiele"

Fakt. In der Tat entwickeln die meisten großen Computerspieleentwickler zurzeit hauptsächlich für Windows. Viele Spiele die für Windows ausgelegt sind, kann man mit etwas Geschick und Arbeit auch unter Linux zum Laufen bekommen. Das ist meistens jedoch kein allzu einfaches Unterfangen. Dennoch bleibt die Hoffnung für Linux-Spieler bestehen: einige große Firmen dieser Branche wie z.B. Valve veröffentlichen ihre Spiele auch für Linux-Systeme. Des Weiteren entwickelt Valve das für Spielecomputer ausgelegte SteamOS, welches auf Linux basiert.

Weiter zu den Distributionen »


© Patrick Hegemann, Dominik Schreiber 2016. eMail: info [at] lernux.de