Tipps und Tricks

Sinnvolle Einstellungen, nützliche Programme und coole Features

Dateiverwaltung

Die Ordnerstruktur sieht auf Linux etwas anders aus als bei Windows: Bei Linux liegt das vollständige Betriebssystem und all seine Komponenten in Form von Dateien vor. Daher gibt es einen zentralen Unterordner (notiert durch "/"), von dem aus alles erreichbar ist. Normalerweise ist darin aber für den persönlichen Gebrauch nur der Ordner /home von Bedeutung. Darin befindet sich für jeden registrierten Nutzer des Rechners ein Unterverzeichnis, etwa /home/patrick oder /home/dominik. Diese Ordner sind als persönlicher Platz gedacht, ähnlich dem Ordner Eigene Dateien in Windows, und einige persönliche Unterverzeichnisse wie für Bilder, Dokumente, Downloads und Musik werden für gewöhnlich bereits bei der Installation erstellt. Alle Dokumente und Medien sollten der Übersicht halber in diesem eigenen Ordner und seinen Unterordnern aufbewahrt werden.

Interessant zu wissen: Dateien müssen in Linux nicht unbedingt eine Endung haben. Anstatt info.txt kann man eine Datei also auch einfach info nennen; die Desktopumgebung realisiert automatisch, dass es sich um eine einfache Textdatei handelt.

Programmstart

Viele Linux-Nutzer ziehen es vor, nicht (wie die meisten Windows-Nutzer) den Desktop mit Schnellstart-Symbolen (Ordnern, Programmen und Dateien) zu füllen, sondern leer zu lassen und Programme stattdessen über textuelle Programmstarter zu öffnen. Bei KDE gibt es das Tool krunner (aufrufbar über Alt+F2 oder Alt+Leertaste), während bei den meisten anderen Oberflächen über die Meta-Taste ("Windows-Taste") gesucht werden kann. Dazu einfach die ersten Buchstaben eingeben (beispielsweise "dol" für "Dolphin") und per Enter starten. Fortschrittliche Indexierungen im Hintergrund sorgen dafür, dass das Starten von Programmen oder das Öffnen von Dateien auf diese Weise blitzschnell funktioniert.

Virtuelle Arbeitsflächen

Arbeitsflächen-Rasteransicht von Plasma: Hier 2x2 Arbeitsflächen mit verschiedenen geöffneten Anwendungen

Die gängigen Desktopumgebungen von Linuxsystemen weisen fortschrittliche Realisierungen des Konzepts der Virtuellen Arbeitsflächen (Workspaces) auf. Dabei geht es darum, dass nicht nur ein Desktop zur Verfügung steht, sondern mehrere dieser Oberflächen aneinander gehängt werden, wobei der Monitor stets nur eine der Oberflächen darstellt. Durch Tastenkürzel kann zwischen den Oberflächen gewechselt werden. Auf jeder Oberfläche können Programme unabhängig voneinander ausgeführt werden. Die Arbeit am Rechner wird durch virtuelle Arbeitsflächen deutlich effizienter und angenehmer, da das ständige Minimieren und Maximieren (oder das umständliche Durch-Tabben durch die Programme) bei vielen zugleich geöffneten Anwendungen vollständig vermieden werden kann.

Die Optionen zu virtuellen Arbeitsflächen findet man je nach Oberfläche hier:

Compose-Taste

Die Caps Lock-Taste, welche ALLE BUCHSTABEN GROSS WERDEN LÄSST, ist für die alltägliche Nutzung des Rechners nur selten nötig; gleichzeitig stört sie bei jedem versehentlichen Betätigen. Eine elegante Lösung hierfür ist es, auf diese Taste stattdessen die Funktion des Compose Key ("Zusammensetz-Taste") zu legen, ein sehr praktischer Weg, verschiedene Sonderzeichen recht intuitiv eingeben zu können. Zum Beispiel:

Wie man sich eine Compose-Taste einrichten kann, lässt sich leicht über eine Websuche nach Compose Key zusammen mit dem Namen der genutzten Desktopumgebung herausfinden.

Anbindung von Android-Geräten

Für Datenaustausch und Kommunikation zwischen Android-Smartphone und Desktoprechner bietet das KDE-Projekt eine simple und äußerst praktische Lösung an: Die Software KDE Connect ermöglicht es, die Geräte untereinander zu verknüpfen, sofern diese im selben WiFi-Netzwerk angemeldet sind (dies funktioniert auch dann, wenn der Rechner in einem WiFi-Hotspot des Smartphones angemeldet ist). Mithilfe einer kleinen App auf dem Smartphone und der Hauptanwendung auf dem Rechner können so blitzschnell beliebige Dateien wie Fotos oder Musik übertragen werden, die Maus des Rechners per Smartphone-Touchscreen bedient werden und Benachrichtigungen des Handys in Echtzeit auf dem Rechner angezeigt werden. Es ist sogar möglich, bequem vom Rechner aus mit einem Dateimanager auf das vollständige Dateisystem des Smartphones zuzugreifen und Inhalte hin- und her zu kopieren.

KDE Connect lässt sich prinzipiell auch auf anderen Oberflächen als KDE Plasma installieren, bringt dann aber eine Reihe von Paket-Abhängigkeiten aus dem KDE-Framework mit sich. Für das korrekte Funktionieren ist es wichtig, dass eine Firewall auf dem Rechner (sofern vorhanden und aktiv) die entsprechenden Pakete von KDE Connect passieren lässt. Einige Distributionen installieren etwa standardmäßig die UFW (Uncomplicated Firewall); diese und andere Firewalls lassen sich für KDE Connect einrichten wie hier beschrieben.

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© Patrick Hegemann, Dominik Schreiber 2016. eMail: info [at] lernux.de