Was ist Linux?

Einige wichtige und interessante Fakten über Linux-Systeme

Linux, GNU/Linux, Open Source und Freie Software

Das Betriebssystem von heutigen Rechnern (und Smartphones) ist hochkomplexe Software-Technologie, die unter anderem als "Bote" zwischen der Hardware (Speicher, USB-Geräte, Display, Ein- und Ausgaben, ...) und der Software (Grafische Oberflächen, Programme und Anwendungen, ...) gesehen werden kann. Es ist dafür verantwortlich, dass der Rechner funktioniert und die gewünschten Aufgaben erledigen kann.

Wenn man von einem Betriebssystem spricht, meint man damit in der Regel auch die Software, die auf das eigentliche Betriebssystem aufbaut – zum Beispiel die grafische Oberfläche mit Startmenü, der Dateimanager und die vielen mitgelieferten Programme. Bei Linux-Systemen kann man hier eine Trennung vornehmen: der Kernel, also die Hardware-nahe Schicht für die notwendigsten Funktionen, heißt Linux, während die darauf laufende Software von den verschiedenen Distributionen wie Ubuntu, Fedora oder openSUSE einzeln bereitgestellt wird. Da ein großer Teil der dort enthaltenen Software vom Betriebssystem-Projekt GNU stammt, spricht man auch von GNU/Linux-Systemen.

Das besondere an Linux-Distributionen ist, dass es sich in der Regel um Freie Software handelt. Das bedeutet insbesondere, dass der Quellcode der Software öffentlich und frei einsehbar ist (Open Source), sowie dass die Software jederzeit nach eigenem Ermessen verwendet, verändert und weiterverbreitet werden kann. Durch diese umfassenden Rechte unterscheidet sich Freie Software von bloßer Open Source Software, auch wenn die beiden Begriffe oft synonym verwendet werden.

Das bedeutet für den Endbenutzer zunächst vor allem, dass die Software kostenfrei nutzbar ist. Viele Linux-Distributionen finanzieren sich durch ehrenamtliche Entwickler, Spenden oder kommerzielle Zusatzangebote für Firmen.

Linux ist allgegenwärtig

Es ist überraschend, wie ein kleines, hobby-mäßig entwickeltes Betriebssystem eines finnischen Studenten namens Linus Torvalds heute in die verschiedensten Bereiche des modernen Lebens Einzug gehalten hat und dort seinen festen Platz eingenommen hat. Hier einige Beispiele:

2% Marktanteil bei Endanwendern

Heutige Statistiken legen nahe, dass etwa 2% der Desktoprechner mit Linux laufen. Warum nur so wenige? Sind die Linux-Distributionen doch nicht so gut nutzbar wie Windows? Wir glauben, dass etwas anderes dafür verantwortlich ist.

Die vorherrschenden Anbieter von Desktop-Betriebssystemen besitzen die Marktkraft, viele Hersteller von Hardware sowie von Software durch entsprechende Angebote an ihre eigenen Lösungen zu binden. Das führt unter anderem dazu, dass der allergrößte Teil heute verkaufter Rechner und Laptops mit vorinstalliertem Windows verkauft wird, und dass die Geräte für dieses System hochgradig optimiert sind. Wer nicht gerade Computerprofi ist, wird doch kaum auf die Idee kommen, auf eigene Faust das funktionierende Betriebssystem durch eines von vielen anderen zu überschreiben.

Unwissenheit, Bequemlichkeit und die Angst, etwas kaputtzumachen, dürften somit in vielen Fällen die Verwendung von Linux gegenüber einem kommerziellen System verhindern. Hinzu kommt die (noch) dürftige Unterstützung seitens Spielehersteller und die verbreitete Ansicht, dass Programme wie Microsoft Word oder Outlook auf einem Rechner absolut notwendig seien (obwohl bei Linux-Systemen meistens Programme wie LibreOffice vorinstalliert sind, die für Endanwender im Normalfall eine ebenso gute Lösung darstellen).

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© Patrick Hegemann, Dominik Schreiber 2016. eMail: info [at] lernux.de